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01.12.2017, 10:23

Import aus DE - Chiptuning und MFK

Hallo Zusammen,

ich habe vor einen gebrauchten Golf 7 GTI in Deutschland zu kaufen und in die Schweiz zu importieren. Das übernimmt grösstenteils das Autohaus für mich.

Ich habe früher oder später vor dem Auto ein Chiptuning zu verpassen. Ich überlege nun ob ich das noch in Deutschland machen und dann vom dortigen Tüv in die deutschen Fahrzeugpapiere eintragen lassen soll.

Weiss jemand ob dieses Chiptuning dann bei der MFK Abnahme nach dem Import anerkannt wird, da es ja schon in Deutschland vorhanden und eingetragen war?
Falls ja hätte ich damit ein legales Chiptuning zu weniger als dem halben Preis als wenn ich das in der Schweiz machen lassen würde nach dem Import.

Hat da jemand Erfahrungen?

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Wohnort: Fribourg

Beruf: Automechaniker

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02.12.2017, 20:22

Hallo mc0

Zu deiner Frage bezüglich dem Chuptuning gibt es zwei Möglichkeiten, die eine ist legal und zugelassen, die andere illegal und wird dennoch meistens angewendet;

Möglichkeit 1: Du lässt das Chiptuning in Deutschland für einen Bruchteil des Betrages was du hier bezahlen müsstest durchführen, und lässt dies vom TÜV abnehmen mit allen Papieren. Der Import jedoch könnte nochmals teurer werden, da die Änderungen eventuell nochmals begutachtet werden. Es gilt zu wissen, das die Tuning Gesetzte des hiesigen Landes nochmals strenger sind. Sprich; TÜV genehmigt bedeutet nicht gleich CH genemigt. (Gab einmal einen Fall mit einem Porsche Panamera aus Deutschland welcher extrem getunt war, die Behörden hier hatten ihre bedenken den zuzulassen. Was danach passierte weiss ich leider auch nicht.) Ebenfalls kann es sein, dass die Besteuerung höher liegt, je nach Kanton ist dies verschieden und kommt auf den Zulassungsort an. Einige Kantone gehen nach Leistung, andere nach Gewicht, Hubraum, etc. Informiere dich daher vorgängig beim jeweiligen Strassenverkehrsamt.

Möglichkeit 2: Du importierst das Auto ohne Chiptuning, lässt ihn TÜV geprüft hier importieren und zahlst je nach dem weniger Steuern auf das Auto. Im nachhinein lässt du das Chiptuning dann hier, oder im Ausland, durchführen und ohne eine Eintragung, da ein Chiptuning nur software technisch etwas verändert wird und somit nicht sichtbar ist. Allerdings ist diese Variante nicht gestattet wie anfangs erwähnt. Dennoch wird es von vielen angewandt.

Ich für meinen Teil würde die erste Option nehmen, auch wenn sie mehr kostet. Sie erspart dir möglichen Ärger bei einem Unfall mit der Versicherung wenn auf einmal die gesteigerte Leistung zum Vorschein kommt bei der Untersuchung. Dann wird eine Schadensübernahme seitens der Versicherung zu 100% nicht übernommen und du stehst vor einer gewaltigen Schuldensumme.


Ich hoffe ich konnte dich ein wenig aufklären, schönes Wochenende! ;)
Grüsse Yannick

///M Power BMW M3 F80 LCI / 2016
VTec Power Honda Civic EG9 / 1992

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03.12.2017, 21:45

Hallo SmilezN'Southstar

vielen Dank schon einmal für deine Antwort. Ich bevorzuge auf jeden Fall ein legales Chiptuning, also Option 1.
Das Auto wird im Kanton TG zugelassen, dh die Steuer geht nach Hubraum, sollte also kein Problem sein.

Wenn das Auto einmal in der Schweiz zugelassen wurde brauche ich ja mit TÜV Gutachten sicher nicht bei der MFK ankommen, deswegen eben die Frage was mit Autos passiert die mit einem legalen DE Tuning in der Schweiz "ankommen", auch wenn es erst ein bis zwei Wochen vorhanden ist.

Nehmen wir mal an es handelt sich um nichts extremes, also eine normale Stage 1 von 230 auf 280 PS. Ich verstehe dich so dass ich allenfalls mit etwas höheren Prüfungskosten bei der Vorführung zu rechnen habe, aber die Zulassung in der Schweiz eigentlich sicher ist?

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4

04.12.2017, 21:49

Hallo mc0!

Ich denke die erste Variante ist wirklich diejenige mit Vernunft.

Nochmals wegen dem importieren; Ich habe eventuell die Wichtigkeit der ersten Prüfung bei einem Import nicht genug hervorgehoben.

Wenn ein Auto in der Schweiz das erste mal zugelassen wird, dauert die Prüfung um eine Stunde. Das heisst, dass die Kiste bis in das Detail angeschaut wird, nicht nur die wichtigsten Punkte (wie bei einer MFK). Für das Chiptuning, welches nun vorhanden ist, bedeutet dies nun auch, dass die Bremskraft aufs neue geprüft werden (könnte), oder es liegt bereits eine Bestätigung seitens der Firma mit TÜV vor. Schliesslich will die Mehrleistung auch abgebremst werden. Infwiefern sich nun die Leistung von 230 auf 280 auf die Bremse auswirkt, hängt von der Serienbremse drauf an.

Falls diese Kraft nun zu gering ist, müssen stärke Bremsen verbaut werden. Und das ist eben genau der Punkt, an welchem ab und an gespart wird und bei solchen Kontrollen auffällt und somit keine Zulassung zu Folge hat.

Schlussendlich ist einfach wichtig, dass das Chiptuning mit
-der Leistung,
-der genügenden Bremskraft,
-der zulässigen Lautstärke
-und der Einhaltung der geltenden Umweltnormen TÜV genehmigt wurde, und diese Normen auch die schweizer Gesetze einhalten. Dann steht der Zulassung nichts mehr im Wege.

Einmal in der Schweiz zugelassen, sind die TÜV Papiere nichtig genau. Du erhälst einen Ausweis mit den Leistungsdaten und einem „Typenschein X“, da dieses Auto in der Schweiz so nicht homologiert wurde.
Grüsse Yannick

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